UMGEBUNG UND LANDSCHAFT
Das Territorium der Provinz von Biella ist zirka 910 km2 groß. Es grenzt an das Aostatal, die Provinz Vercelli und die Provinz Turin und umfasst 74 Gemeinden und 9 Gemeindeverbände. Auf den ersten Blick ist das Gebiet der Provinz stark durch den Gegensatz zwischen Gebirge und Ebene geprägt, was auf die extreme Vielfalt seiner Orographie und die beträchtlichen Höhenunterschiede zurückzuführen ist. Bei genauerer Betrachtung ist jedoch mindestens drei große landschaftliche Räume erkennbar: die Täler, die Hügellandschaft und die Ebene. Wegen seines landschaftlichen und ökologischen Reichtums und den faszinierenden und ausdrucksvollen Orten wird das Gebiet von Biella oft als eine „Landschaftsvitrine“ beschrieben.
DIE TÄLER
Das Obere Valle del Cervo
Dieses schmale, abgelegene und dünn besiedelte Tal zeichnet sich in den höheren Lagen durch Almen und Schutzhütten aus. Am Lauf des Wildbachs Cervo liegen einige historisch und kulturell bedeutende Ortschaften wie Rosazza, Piedicavallo und Campiglia Cervo. In der typisch alpinen Landschaft liegt auch der höchste Gipfel des Gebiets von Biella.
Das Untere Val del Cervo
Es liegt zwischen den beiden Kämmen, die es vom Valle Oropa und vom Valle Strona trennen. Es ist offener als das obere Tal und hier befinden sich auch die meisten Wohnsiedlungen und Produktionsstätten. Die Landschaft wird überwiegend von Wäldern rund um die kleinen Ortschaften mit einigen bewirtschafteten Flächen im Talboden geprägt.
Das Valle Oropa
Die Senke mit wenigen Siedlungen, die meist an aussichtsreichen Hängen liegen, hat eine einzige Straßenachse, die zum Heiligtum der Schwarzen Madonna führt. Das Tal wird von mehreren bis zu 2.000 m hohen Gipfeln und zahlreichen Pässen dominiert, die das Heiligtum halbkreisförmig umgeben.
Das Untere Val Sessera
Es bildet das Bindeglied zwischen dem Valsesia und dem Val Strona. Die Straße und der Wildbach Sessera verlaufen im Talboden, der von Wohnsiedlungen und Produktionsstätten geprägt ist.
Das Obere Val Sessera
Es liegt in Längsrichtung zwischen dem Gebiet von Biella und dem Valsesia. Es ist eine einzigartige Umgebung mit sehr hoher Walddeckung, fehlenden Wohnsiedlungen, geringer Verkehrsanbindung und einer Morphologie, die seine Abgeschiedenheit fördert. Auch landwirtschaftliche Nutzflächen sind eher selten. Meist handelt es sich um hochgelegene Almen.
Das Obere Valle dell'Elvo
Es handelt sich um ein typisch alpines Gebiet, das sich ungefähr von den hochgelegenen Quellen des Elvo bis zur Straße „Tracciolino“ erstreckt und eine ideale Trennlinie zwischen den Wohngebieten und der unberührten Natur zieht. Das offene Tal hat große Weiden, Almen und hochgelegene Berghütten und seine Hänge sind von ländlichen Ortschaften durchzogen.
Das Untere Valle dell'Elvo
Dieses Gebiet erstreckt sich zwischen dem linken Ufer des Wildbachs Elvo und dem Wildbach Bolume. Es zeichnet sich durch weite Hügel und einige wichtige Orte aus, in denen es auch einige Produktionsstätten gibt.
Das Valle Strona
In diesem Tal findet der größte Teil der industriellen Aktivitäten der Provinz statt. Die Siedlungen an den Hängen und auf den Kämmen sind überwiegend Wohngebiete.
DIE HÜGELLANDSCHAFTEN
Die Rive Rosse
Der Name dieser Landschaft ist auf die auffällige rötliche Farbe der Böden zurückzuführen, die durch den Aufschluss von vulkanischem Ergussgestein verursacht wird. Besonders erwähnenswert ist die Grotte von Bercovei in der Gemeinde Sostegno, in der ein besonders reiner Ton ohne Verunreinigungen vorkommt.
Das östliche Gebiet von Biella
Diese Hügellandschaft ist überwiegend von Wald bedeckt. An der Straße zwischen Crevacuore und Villa del Bosco liegen an den Hängen oberhalb des Wohngebiets von Sostegno noch Weinberge, in denen die Trauben von einer nicht allzu großen Produktion hochwertiger Weine wie der „Bramaterra“ oder der „Lessona“ angebaut werden.
Die zentrale Hügellandschaft
Es handelt sich um eine sehr grüne Hügellandschaft, die vom Monte Rovella (900 m) fächerförmig über mehrere Bergrücken abfällt, auf denen zahlreiche kleine Ortschaften liegen.
Die Serra
Der imposante Moränenhügel erstreckt sich vom Fuß des Mombarone (Andrate) über 25 Kilometer in südöstlicher Richtung bis zum Lago di Viverone. Die Serra besteht aus einem Hauptbergrücken, von dem zahlreiche kleinere Seitenkämme abzweigen, auf denen kleine Orte mit ursprünglicher Struktur liegen.
Das Gebiet von Mortigliengo
Das Hügelsystem erstreckt sich über einen Bergrücken zwischen den Wildbächen Strona und Ostola. In der von Wäldern und Weinbergen bedeckten Gegend liegen kleine aus ehemaligen Lehen bestehende Siedlungen, die über ein Netz alter Fußwege miteinander verbunden sind.
Masserano und Brusnengo
Das Hügelgebiet am östlichen Rand der Provinz Biella ist für seine zahlreichen Weinberge und die beiden historischen Ortschaften bekannt, deren ursprüngliche Struktur noch völlig intakt ist.
DER LAGO DI VIVERONE
Dieser Gletschersee wird hauptsächlich von unterirdischen Wasserläufen gespeist. Er liegt im südwestlichen Teil der Provinz Biella, an der Grenze zur Provinz Turin. Der auf 230 m ü.M. gelegene See entstand während des Quartärs. Er hat eine Fläche von 5,78 km² und maximale Tiefe von 50 Metern. An seinem ca. 13 km langen Umfang liegen beliebte Ferien- und Ausflugsziele wie Viverone sowie Wälder und Schilfgürtel, die einer großen Vielfalt an Vogelarten als Habitat dienen und daher ein idealer Ort für das Birdwatching sind.
DIE EBENE
Die Ebene ist durch landwirtschaftliche Nutzflächen und sehr unterschiedliche Siedlungen geprägt. Die Ortszentren sind systematisch entlang der wichtigsten Verkehrsachsen angelegt.
Ein weiteres Merkmal der Ebene sind die Minen, die insbesondere an den Wildbächen Elvo und Cervo liegen.
Die Reisfelder
Die Ebene von Biella gehört zum wichtigsten Reisanbaugebiet Europas, das aus landwirtschaftlichen Gründen im Frühling überflutet wird und in einen sehr eindrucksvollen großen See verwandelt.
Das Naturschutzgebiet der Baragge
Es handelt sich um ein ausgedehntes, unbesiedeltes Flachland, das leicht erhöht über den umliegenden Agrarflächen liegt. Dieses überwiegend trockene Gebiet zeichnet sich durch sehr durchlässige Böden aus, unter denen in den tieferen Schichten das Wasser fließt.