DAS GEBIET VON BIELLA, DIE HEIMAT DER BRÄUCHE UND KÖSTLICHKEITEN
Das Gebiet von Biella erstreckt sich am Fuße der Alpen im Norden des Piemont und bietet eine landschaftliche Vielfalt, die es für jeden Besucher einzigartig und überraschend macht.
Die einladende Stadt Biella, die kürzlich mit den Auszeichnungen UNESCO-Kreativstadt und Alpenstadt des Jahres 2021 geehrt wurde, bewahrt zahlreiche und bedeutende archäologische, künstlerische und architektonische Zeugnisse: von den römischen Funden im Museum des Territoriums über die romanische Architektur, die vom prächtigen Baptisterium und dem hohen Glockenturm von San Stefano bezeugt wird. Auf einem Hügel ist das mittelalterliche Dorf Piazzo erkennbar, das sich vom Rest der Stadt durch seine Patrizierhäuser, Arkadengänge und gepflasterten Straßen mit den ehemaligen Zugangstoren abhebt.
In der unteren Stadt liegen die Basilika und der Kreuzgang von San Sebastiano. Er ist ein prächtiges Beispiel der Renaissancearchitektur, das reich mit Fresken verziert ist. Nennenswert ist auch die barocke Kirche SS. Trinità in der belebten Fußgängerzone unweit vom Baptisterium.
Am Wildbach Cervo ragen imposant die Zeugnisse der Industrieanlagen des 19. Jahrhunderts auf, die Biella zu einem bevorzugten Ort für die Entdeckung der Industriearchäologie machen.
Ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung des Gebiets von Biella ist das Museum des Territoriums. Ein Besuch der Sammlungen und Funde in den Museumsgalerien bietet einen Anreiz, das lokale Leben und seine Geschichte näher kennenzulernen.
Unter den archäologischen Stätten ist das eindrucksvolle römische Goldbergwerk im Sondernaturschutzgebiet der Bessa unbedingt einen Besuch wert. Dort bilden die vom Goldabbau stammenden hohen Kiesschüttungen eine geheimnisvolle und einzigartige Landschaft.
Auf dem Moränenhügels der Serra gibt es zahlreiche Beispiele kleinerer romanischer Bauwerke, darunter die Kirche San Secondo in Magnano und die Kirche Santa Maria Assunta in Netro. Von den Ereignissen des Mittelalters zeugen das wunderschöne Dorf und einst päpstliche Lehen Masserano und das bekannte Ricetto di Candelo. Dieses befestigte Dorf wurde im 14. Jahrhundert von den Bewohnern erbaut und bis heute noch im perfekten Zustand.
Bei einem Besuch in der Provinz Biella fällt unweigerlich das dichte System von Burgen auf, von denen heute viele in Privatbesitz sind und die Hügel und die Ebene prägen.
Die größten Beispiele barocker Architektur sind die Anlagen der Heiligtümer an den Hängen der Berge. Sie sind durch lange und ruhige Straßen miteinander verbunden, von denen man einen herrlichen Ausblick genießt. Besonders erwähnenswert ist der spektakuläre Komplex von Oropa, an dem zwischen dem 17. und 18. Jh. die besten Architekten des savoyischen Hofes arbeiteten. Dazu gehört auch ein Sacro Monte mit zwölf Kapellen, die mit lebensgroßen Terrakottafiguren versehen sind.
In den beiden Seitentälern erheben sich das Heiligtum Graglia im Valle dell'Elvo und das Heiligtum San Giovanni d’Andorno im Valle del Cervo. Außerdem gibt es auch kleinere, beschauliche und stimmungsvolle Heiligtümer. Nicht weit von San Giovanni d’Andorno bietet die Ortschaft Rosazza ein einzigartiges Bild mit mehreren Beispielen romantisch geprägter eklektischer Architektur.
Die Geschichte der berühmten Textiltradition des Gebiets von Biella zeigt sich im reichen Erbe der Industriearchäologie, die an den Ufern der Wildbäche entstanden, aus denen sie einst Wasser und Energie für den Betrieb der Fabriken schöpften. Entlang der Strada della Lana, die Biella mit Borgosesia (VC) verbindet, wird die Besichtigung der Fabbrica della Ruota empfohlen, die ihren Namen von dem großen Rad hat, das die Maschinen in Bewegung setzte.